Die Quotenbildung der Buchmacher

Bevor wir in die Welt der Wetten eindringen, sollten wir verstehen, wie die Buchmacher die Quoten für die Events festlegen.

Um es einfach zu machen, nehmen wir das Fußballspiel als Beispiel und versetzen wir uns in die Lage des Buchmachers, der die Quoten für das Spiel Milan – Roma bestimmt.

Aufgrund der Statistik über die zwei Mannschaften (Heimspiel-Sieg, Heimspiel-Unentschieden, Niederlagen, Punktestand, Form der Spieler, Motivation der Mannschaft, erzielte Tore, erlittene Tore) und weiterer Faktoren bestimmen die Quotenmacher der Buchmacher die Wahrscheinlichkeit jedes Events, zum Beispiel so:

  • Sieg von Milan 40%
  • Unentschieden 32%
  • Sieg von Roma 28%

Und aufgrund dieser prozentualen Werte wird die Quotenbildung oder die Tabelle der Wahrscheinlichkeiten des Eventseintritts bestimmt, indem man das Gegenteil der  Wahrscheinlichkeitsquote mal 100  multipliziert, so:

  • Sieg von Milan: Quote = 1/40*100 = 2,5
  • Unentschieden: Quote = 1/32*100 = 3,125
  • Sieg von Roma: Quote = 1/28*100= 3,571

In Wirklichkeit sind diese nicht die Quoten, die den Wettern offeriert werden, denn entspräche die Verteilung der Einsätze exakt der der Quotenberechnung des Buchmachers, ginge dieser leer aus.

Von 100 Wettern, die je 1 Euro setzen, werden 40 auf Milans Sieg setzen, 32 auf Unentschieden und 28 auf Romas Sieg setzen. Der Buchmacher wird insgesamt 100 Euro kassieren, aber egal welches Ereignis eintritt, muss er 100 Euro Gewinn auszahlen. Ganz egal wie das Spiel ausgeht.

Jeder Buchmacher bildet somit seinen Wettenschlag mit Rücksicht auf seinen Verdienst. Nach dem obigen Beispiel könnte eine Quotenbildung so aussehen:

Quotentabelle
Milan 2,4
Unentschieden 2,9
Roma 3,3

Diese Quotentabelle sieht sehr gut aus, bedenken wir jedoch, dass viele Buchmacher  „oligopolistisch“ operieren, werden wir sicherlich auf ungünstigere Quotenbildungen für die Spieler stoßen. Um die „Güte“ der Quoten eines Buchmachers zu sehen, genügt es das Gegenteil der Quoten zu addieren und dann das Ergebnis mal 100 zu nehmen. Je höher der Wert ist, desto ungünstiger ist die Quotenbildung für den Spieler. Andersherum liegt der Wert unter 100, hat man eine „sichere Wette“. Es ist jedoch unmöglich das bei einem einzelnen Buchmacher gleichzeitig zu realisieren.

 

Die Quotendynamik

Nun hat unser Buchmacher die Tabellenquote für jedes Sportevent in seiner Programmierung veröffentlicht und die Wetter beginnen zu setzen.

Jeder Buchmacher überwacht den Lauf der Spielrunden ständig und wie sich die abgeschlossenen Wetten prozentuell verteilen. Wenn diese sich nach der von ihnen im Voraus festgelegten Wahrscheinlichkeit verteilen, brauchen sie die Quoten nicht anzupassen, werden aber viele Einsätze auf ein einziges Ereignis platziert, könnte er unbedeckt bleiben.

Nehmen wir an, dass nach dem vorigen Beispiel 100 Spieler ihre Einsätze, wie folgt, verteilen:

  • Zeichen 1: 50%
  • Zeichen X: 30%
  • Zeichen 2: 20%

Tritt demnach der Sieg von Milan (Zeichen 1) ein, kassiert der Buchmacher 100 Euro. Er muss aber den 50 Wettern einen Gesamtbetrag von 50*2,4= 120 Euro auszahlen. Die von den Buchmachern verwendeten Softwares beginnen daher unbedeckte Positionen anzuzeigen und die Quoten verändern sich. Wahrscheinlich hat man dann eine Senkung der Gewinnquote für Milan und eine Erhöhung der Gewinnquote für Roma, weil diese nur von 20% der Wetter gegen das vorgesehene 28% platziert wurde.

Dieses Anpassungsverfahren ist kontinuierlich und wird von allen Buchmachern angewendet. Das Variieren der Quoten ermöglicht manchmal die „sichere Wetten“ und die „Value Bets“ zu Gunsten von allen, sowohl der Buchmacher als auch der Trader, die diese Technik anwenden.

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